Was sich MFAs von Ihren Chefs wünschen - so bleibt das Team langfristig stark

Was sich MFAs von Ihren Chefs wünschen - so bleibt das Team langfristig stark

Rückblick :

Im ersten Teil habe ich über die Grundlagen einer guten Zusammenarbeit gesprochen: Kommunikation auf Augenhöhe, Transparenz, Wertschätzung und Vertrauen. Diese Basics sind der Schlüssel für ein respektvolles und stabiles Miteinander in der Praxis.

Darauf möchte ich nun aufbauen und zeigen, wie Teams auch langfristig gestärkt werden können, etwa durch Rückhalt in schwierigen Situationen, klare gemeinsame Ziele und flexible Lösungen für den Praxisalltag. So wird aus einem stabilen Fundament ein dauerhaft starkes und motiviertes Team.

5. Unterstützung in schwierigen Situationen

Jede Praxis kennt sie: herausfordernde Patient:innen, unangenehme Gespräche, Teamkonflikte. In solchen Momenten ist es wichtig, nicht allein gelassen zu werden. Besonders verletzend ist es, wenn man minutenlang diskutiert und dann der Chef hereinkommt und dem Patienten einfach nachgibt. Damit wird die Energie des Teams entwertet und das Vertrauen untergraben.

Natürlich darf ein Chef anderer Meinung sein, aber das gehört ins interne Gespräch, nicht vor Patient:innen oder dem Team. Mitarbeitende nach außen zu stärken, trägt zur Einheit des Teams bei, auch wenn intern andere Lösungen diskutiert werden. Denn: Solche Situationen prägen das Teamklima langfristig.

6. Gemeinsame Ziele statt Einzelkämpfer-Modus

Wenn alle an einem Strang ziehen, läuft der Praxisalltag leichter. Dafür muss aber klar sein, wohin die Reise geht. MFAs wünschen sich, bei neuen Angeboten, digitalen Lösungen oder organisatorischen Veränderungen mitgenommen zu werden. Vielleicht lassen sich dabei sogar individuelle Interessen einbringen, z. B. Kolleg:innen mit Leidenschaft für Ernährungsberatung oder für Organisation.

Wer mitgestalten darf, identifiziert sich stärker mit der Praxis und bringt wertvolle Ideen ein.

7. Flexible Lösungen statt starrer Regeln

Viele MFAs jonglieren Beruf, Familie und private Verpflichtungen. Flexibilität ist daher ein entscheidender Punkt, um Mitarbeiter:innen langfristig zu halten. Das heißt nicht, dass alles möglich sein muss, aber ein offenes Ohr und kleine Spielräume machen oft schon den Unterschied.

Beispiele aus dem Alltag:

  • Gleitzeit oder flexible Schichtplanung.
  • Homeoffice für bestimmte Verwaltungsaufgaben.
  • Kurzfristig früher gehen oder später kommen, wenn ein Termin ansteht.

Natürlich ist das in kleineren Teams schwieriger als in großen. Aber manchmal reicht schon die Geste: zu zeigen, dass man Verständnis hat und gemeinsam nach Lösungen sucht.

8. Was bei uns gut funktioniert

In unserer Praxisgruppe haben wir einige Dinge etabliert, die die Zusammenarbeit deutlich verbessert haben:

  • Feedbackgespräche finden regelmäßig statt, nicht nur bei Problemen.
  • Ich nehme mir bewusst Zeit für direkte Gespräche mit MFAs und Ärzten.
  • Entscheidungen werden gemeinsam vorbereitet, oft mit kurzen Teamumfragen.
  • Jeder wird bei Veränderungen einbezogen, vom Auszubildenden bis zum Chefarzt.
  • Fehlerkultur wird gelebt: Wir lernen gemeinsam daraus. Auch ich als Führungskraft nehme Kritik an, z. B. durch anonyme Befragungen.
  • Erfolge werden als Teamleistung gemeinsam gefeiert, jeder leistet schließlich seinen Beitrag.

Fazit: Wer gut führt, führt nicht allein

Ein starkes Team entsteht nicht zufällig, es braucht Führung, Kommunikation, Vertrauen und Beziehung. Für uns MFAs ist die Zusammenarbeit mit unseren Chef:innen ein zentraler Faktor für Zufriedenheit und Motivation. Es geht nicht darum, dass alles perfekt läuft, sondern darum, dass wir uns gesehen, gehört und unterstützt fühlen.

Vielleicht hilft diese eine Frage, die für mich immer die Schlüsselfrage als Führungskraft ist und in der ich meine Führungsrolle immer wieder erkenne: „Was brauchst du von mir, damit du deinen Job gut machen kannst?“

Es geht bei Führung nicht darum, jemanden zu kontrollieren oder haargenau vorzugeben, wie was zu sein hat. Häufig geht es darum, das Beste aus einem herauszuholen und die Bedingungen so zu schaffen, dass er das Beste leisten kann.

Wie ist das bei euch in den Praxen?

  • Was läuft bei euch richtig gut in der Zusammenarbeit?
  • Was würdet ihr euch wünschen?
  • Welche Tipps habt ihr für Chef:innen oder auch für MFAs?

Ich freue mich auf Eure Meinungen und Erfahrungen!

Viele Grüße
Annabel

@Botschafter

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